Vorsicht Hundeausbilder!

 


Hirtenhunde sollten nicht ausgebildet werden wie Hüte- oder Begleithunde, auf keinen Fall sollten sie eine Schutzhundausbildung erhalten! Auch von Agility oder Welpenschulen raten wir ab. Wer die Herkunft und die ursprünglichen Aufgaben dieser Rasse begriffen hat, wird dieses nachvollziehen können.

Einige Käufer unserer Welpen missachten immer wieder diese Ratschläge, auch weil sie immer wieder auf angebliche Fachleute treffen, die sie verunsichern und auch dem Maremmanen eine landläufige Meinung vom erzogenen Hund überstülpen möchten. Bislang waren unsere Maremmanen immer gute Familienhunde, wenn es aber Probleme gab, waren es fast immer Hunde, mit denen in Ausbildungs- und Welpengruppen gearbeitet wurde. Dabei kann es gut sein, dass der Hund alles ganz unauffällig mitmacht und alle begeistert von seiner Lernfreudigkeit sind. Aber hinter dem Rücken der Akteure entwickeln sich Verhaltensweisen wie Scheue, Aggressivität in bestimmten Situationen, vor allem fehlende Selbstsicherheit. Meistens wird der Zusammenhang nicht erkannt, man schiebt es z.B. auf die Veranlagung.

Fakt ist: alle Maremmanen, die wir gezüchtet haben und die ohne Gruppen, Welpenschulen und ähnliche Dinge in der Familie groß wurden und sozialisiert wurden, die gelernt haben im direkten Alltagsumgang mit ihrer Umgebung und Familie umzugehen, haben das beste Verhalten und Wesen entwickelt! Die meisten der „Fachleute“ und Hundeausbilder, hatten keine Ahnung von der Besonderheit dieser Rasse, bzw. sie sind von ihrer bisherigen Hundeerfahrung so „sozialisiert“, dass ihnen die Vorstellungskraft fehlt, dass es auch andere Möglichkeiten der Hundeerziehung und Haltung gibt.

Als Gegenargument zu unseren Warnungen kam von den Hundebesitzern immer die Aussage, dass gerade dieser Ausbilder besonders viel Ahnung hat und natürlich absoluter Fachmann für diese Hunde ist! Bei der Seltenheit dieser Rasse und den wenigen verfügbaren Informationen fragen wir uns immer wieder, woher dieses Wissen kommen soll.

Merles erster Wurf

Auch in den Herkunftsländern der Hirtenhunderassen kennen nur wenige die tatsächlichen Eigenschaften dieser Hunde. Es ist logisch, dass selbst in den Ursprungsländern nur wenige Menschen Kontakt mit diesen in einsamen Gegenden lebenden Hunden haben.
Leider gibt es auch keine nennenswerte deutsche Literatur, die einem weiterhilft. Auch erfahrene Besitzer anderer Hirtenhunderassen kennen die Unterschiede zwischen Maremmanen und ihren Rassen nicht und neigen dazu, alle über einen Kamm zu scheren. Gerade wer Erfahrungen mit anderen Hirtenhundrassen hat, ist versucht, diese auf den Maremmanen zu übertragen. Jeder Hirtenhund hat aber besondere Eigenschaften, die es zu berücksichtigen gilt. Generell würden wir den Maremmanen als einen der sanfteren, zurückhaltenderen Hirtenhunde beschreiben.

Es ist zum Teil erstaunlich, was über die Pastore Maremmano Abruzzese verbreitet wird. Z.B. behauptet ein Autor in seinem Buch über Hirtenhunde, dass die Hunde im Norden Italiens sehr viel besser seien und man sie dort „familientauglicher“ züchtet. Es gibt natürlich auch im Norden gute Hunde, aber ansonsten ist genau das Gegenteil richtig! Die großen Hunde aus dem Süden, vor allem die aus Arbeitslinien, sind in der Regel sehr viel ausgeglichener im Wesen. Wir haben mit einigen unserer Hunde aus bekannten norditalienischen Zwingern niemals gezüchtet, weil sie unseren Ansprüchen bezüglich des Wesens nicht genügten! Im übrigen hatte wir bei diesen Hunden die einzigen Fälle von Erkrankungen! Viele Maremmanen aus dem Norden sind zwar wunderschön und stammen aus erfolgreichen Ausstellungszuchten, aber häufig leben sie seit Generationen in großen Zwingeranlagen und keiner kann mehr sagen, welches Wesen sich bei Ihnen entwickelt hat.


Es ist auch nicht verwunderlich: Schließlich hat es in unserer „Hundekultur“ diese Rassen nie gegeben. Und woher sollen die Leute ihre Informationen schon herhaben. So schreibt also ein „Fachmann“ vom anderen ab und die Legenden bilden sich von ganz allein.
Wir mussten uns aus der italienischen Literatur bedienen um Informationen über die Rasse zu bekommen und haben uns unsere Kenntnisse in Gesprächen mit italienischen Hirten und durch eigene Beobachtungen und Erfahrungen angeeignet.