Das Besondere am Pastore de Maremmano Abruzzese

 


Der Pastore da Maremmano Abruzzese ist eher ein Verteidiger als ein Angreifer. Er wird in der Regel kein Dominanzverhalten gegen seine Familie ausprobieren. Beides ergibt sich aus seiner Natur und der Hirtenkultur in Italien. Nur in den seltensten Fällen kommt es zur direkten Konfrontation mit Raubtieren bzw. mit den Wölfen. Wölfe leben in Rudeln in von ihnen besetzten Revieren. Sie würden diese Reviere nur unter besonderen Bedingungen wie schlechte Nahrungssituation, zu großer Populationsdruck etc. verlassen und in fremde Reviere eindringen.

Sie markieren ihre Grenzen und andere Rudel würden nur unter genauso besonderen Bedingungen diese Grenzen überschreiten. Nur unter ganz starkem Druck suchen Wölfe eine ernsthafte, blutige Auseinandersetzung und dies ist klug, denn selbst wenn sie die Auseinandersetzung gewinnen, so müssen sie doch damit rechnen, verletzt zu werden und damit im Futtererwerb eingeschränkt oder gefährdet zu sein.

 

Der Großvater von Leone bei der Arbeit in Viterbo

Ganz genauso verhalten sich die Pastore da Maremmano Abruzzese! In der Regel werden an der Herde mehrere Hunde gehalten. Dafür brauchen sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten und üben es ständig durch Spielen und gegenseitige Körperpflege ein.

Unsere Hunde haben jeden Abend vor „Arbeitsantritt“ ihre Tobestunde. Regelmäßig liegen sie zusammen und pflegen sich gegenseitig und lecken sich die Ohren, auch die Rüden untereinander! Sie besetzen das Revier, in dem ihre Herde lebt, und kein anderes Rudel, auch kein Wolfsrudel, würde es riskieren, die Grenzen zu verletzen. Auf diese Weise ist die Herde in diesem Revier mit geschützt. Es kommt nur sehr selten zu tatsächlichen Ausseinandersetzungen.

Der Maremmane geht der Auseinandersetzung, genauso wie der Wolf, so lange wie möglich aus dem Weg. Zuvor spielt er das ganze Spektrum anderer Verhaltensweisen aus, in dem er imponiert, seine Grenzen markiert und droht. Er selbst versucht seine Situation in seinem Rudel, welches seine Familie seine Herde, seine Mithunde sein können, über soziale useinandersetzungen, spielen und andere gemeinsame Tätigkeiten zu organisieren. Das Zusammenspiel mit dem Rudel (der Familie) ist entscheidender als jede konditionierende Erziehung! Tätliche Auseinandersetzungen mit seinen Partnern würde ihn unter Umständen verletzen und in seiner Arbeit einschränken, deswegen ist es sinnvoll, dies zu vermeiden. Durch sein jahrhundertlanges Leben in der Natur ist dieses Verhalten nicht verloren gegangen. Dieses Verhalten nutzen die italienischen Hirten (und mittlerweile viele Naturschutzorganisationen in der Schweiz , Skandinavien, USA und Frankreich zum Schutz der Herden in Auswilderungsgebieten und zum Verhindern von Konflikten zwischen Herdenbesitzern und Wölfen) aus, um ihr jeweiliges Gebiet frei von Wölfen zu halten.


Diese Eigenschaften: Hohe soziale Kompetenzen, ausgeprägtes Sozialverhalten und Risikoscheue, machen den Maremmanen zum wertvollen Schutzhund. Andererseits machen gerade diese Eigenschaften es möglich, aus ihm einen tollen Familienhund zu machen. Wenn man auf eine von Maremmanen beschützte Herde zugeht, kommen die Hunde aus der Herde heraus und drohen und bellen. Je näher man an die Herde herangeht, desto ernsthafter wird das Drohen und führt schließlich zu einem ernsthaften, kompromisslosen Angriff, wenn eine bestimmte Distanz unterschritten wird. Geht man nach den ersten Drohungen zurück, wird auch der Maremmane sich recht schnell wieder zurückziehen. In Asien haben wir mit anderen Hirtenhundrassen erlebt, das wir selbst, wenn wir uns schon ins Auto zurückgezogen hatten, noch einige Kilometer weiterverfolgt wurden.


Seit Jahrhunderten lebt der Maremmane unter den gleichen Bedingungen wie der Wolf. Dieses macht ihn zu einem besonders instinktsicheren sozialsensiblen, und gesundheitlich robusten Hund. In der Familie ist das Verhalten ähnlich und macht ihn mehr zum Kumpel und "mitdenkenden" Gefährten als zum kuschenden Mitläufer, vorausgesetzt man lässt dem Hund möglichst freie Entfaltung und gibt ihm viel sozialen Kontakt und ausreichend Fläche , in der sich alles abspielen kann. Er wird sich zwischen Sie und alles Fremde stellen. Nach kurzer Zeit begreift er, was bedrohlich ist und was nicht. (Unsere Hunde kümmern sich nicht einmal um den Postboten!) Durch seine hohe soziale Aufmerksamkeit und sein Streben nach Harmonie und durch den regelmäßigen Kontakt zu ihnen, erfasst er schnell alle Situationen, genau wie in der Natur, wo er auch ein Meister im Erkennen der Situation sein muss.


Schief läuft die Entwicklung bei schlecht geprägten und sozialisierten Hunden, wenn der Raum zu eng ist, wenn sich die Besitzer zu chaotisch und unberechenbar verhalten und dem Hund keine Verhaltensorientierung geben. Ihr Maremmane ist immer so kompetent, wie sie sich selbst verhalten! Er neigt auch weniger, als die meisten andere Hunde dazu, sich mit Ihnen körperlich auseinander zusetzen. Mit Mimik, Gestik, Anerkennung kann man bei ihm alles ihm Mögliche erreichen. Unsere eigenen Hunde sind im landläufigen Sinn absolut unerzogen, Sie können sich aber gerne jederzeit bei uns davon überzeugen, wie leicht sie zu führen sind und wie stressfrei der Umgang mit ihnen sein kann.